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Seminar mit Mario Nauke PDF Drucken E-Mail

Bericht vom Seminar mit Mario Nauke „Denken wie ein Hund“

Am 16. und 17. September war es wieder so weit, das RCL-Team hatte ein Seminar mit Mario Nauke organisiert. Da das Ganze mich interessierte wollte ich auch dabei sein und es hat sich gelohnt!!!

Das Thema des Seminars war „Denken wie ein Hund“. Doch wie denkt denn eigentlich ein Hund?

Der Hund ist wie der Wolf ein Rudeltier, sie müssen zwingend in einer Gemeinschaft leben und brauchen eine soziale Gruppe; sie sind also obligat sozial.
Eine klare Rangordnung gibt dem Hund Sicherheit. Hunde brauchen aus diesem Grund unzweideutige und freundliche Informationen über ihre Position innerhalb der Hierarchie.
Mit einer guten Erziehung schafft man die Basis für die körperliche und seelische Gesundheit des Hundes.

Allerdings funktioniert in der Praxis nichts ohne Grundwissen und das sollten wir im theoretischen Teil des Seminars lernen.  Zuerst erklärte uns Mario dass Hunde Gefühle wie Dankbarkeit, Pflichtgefühl oder Liebe nicht kennen, sie sind Opportunisten.
Bsp.: In der Wüste würden wir aus Liebe unser Brötchen und Wasser mit dem Hund teilen. Hätte allerdings der Hund das Brötchen und Wasser, würde er auch aus Liebe mit uns teilen??? Wahrscheinlich nicht!
Genau deswegen gehorcht uns der Hund, nicht etwa weil er uns liebt, sondern weil er einen Beweggrund dafür hat. Entweder er will etwas Unangenehmes vermeiden oder etwas Angenehmes erreichen.

Eine große Rolle in der Erziehung des Hundes spielt die klassische Konditionierung (Pawlow).
Pawlow bemerkte dass immer, wenn er seinen Hunden Futter zeigte, diese mit verstärktem Speichelfluss (unkonditionierter Reflex)  reagierten. Das Futter stellt für die Hunde einen biologischen Reiz dar, auf den stets eine natürliche, biologische Reaktion (angeborener Speichelfluss) erfolgt. Zum Futter führte er nun ein Klingelton hinzu (neutraler Reiz). Schnell verbanden die Hunde das Klingeln mit dem Futter sodass sie bald zu speicheln anfingen wenn sie nur das Klingeln hörten.


Der Hund lernt genau wie der Mensch sehr viel über Erfahrungen, sowohl positive wie auch negative.
Bsp.: Der Hund springt seinen HF immer wieder an, dieses Verhalten soll unterbunden werden z.B. durch ein Kommando. Verhält sich der Hund dann ruhig muss er sofort belohnt werden, dies kann über Futter, Lob… geschehen. Der Hund macht die Erfahrung dass ruhig sein sich für ihn mehr lohnt.
Grundvoraussetzung für die Verknüpfung von zwei oder einem Verhalten und seinen Folgen ist ein unmittelbarer zeitlicher Zusammenhang. Der zeitliche Abstand darf nicht mehr als eine Sekunde betragen.
In der Hundeausbildung ist es zudem sehr wichtig dass man in kleinen  Schritten vorgeht und den Hund nicht überfordert. Versteht der Hund eine Übung nicht, heißt das nicht dass der Hund dumm ist, sondern dass wir zu schnell vorgegangen sind.


Um erfolgreich seinen Hund durch den Alltag zu führen, müssen aber erst die Grundkommandos stimmen.

Name – Hier – Fuß – Sitz – Platz – Bleib – Aus - Nein

Das Non plus Ultra in der Erziehung des Hundes ist allerdings KAD
            Konsequenz           Ausdauer        Disziplin


Mario erklärte uns auch dass es wichtig ist immer für den Hund mitzudenken, ihm einen Schritt voraus zu sein um dann im richtigen Moment reagieren zu können.
Das wohl wichtigste Hilfsmittel ist die Leine, sie soll wie ein verlängerter Arm wirken. Je kürzer die Leine umso schneller und präziser können wir den Hund korrigieren. Auch die Schleppleine ist beim täglichen Spaziergang sehr hilfreich, so haben wir die Möglichkeit den Hund auch über eine längere Distanz zu korrigieren.

Der Hund verständigt sich vor allem über seine  Körpersprache, wir sind für ihn ein offenes Buch in dem er nur noch lesen muss.
Wenn wir uns aufrecht hinstellen, die Schultern hochziehen… erkennt das der Hund als Imponiergehabe. Hektische Bewegungen vermitteln Unsicherheit, was den Hund verwirren könnte da ein Rudelführer immer souverän in Erscheinung tritt.

Nur noch kurz etwas zum Streicheln: Das dauernde knuddeln und knutschen, sich an den Hund anschmiegen signalisiert ihm dass wir rangniedere Rudelmitglieder sind. Das soll jetzt nicht heißen dass man den Hund nicht mehr anfassen soll, man sollte sich nur etwas zurückhalten und den Hund z.B. mit Streicheln loben! 

      

Nach der langen Theorie ging’s dann endlich auf die Wiese. Mario schaute sich zuerst an wie die Hunde bei Fuß laufen, schnell erkannte er die Probleme der einzelnen Teilnehmer und gab uns viele nützliche Ratschläge. Er schaute sich dann noch mal jeden Hund einzeln an und half wieder mit Tipps weiter.

 

 

 

 

 

 

Dann folgten verschiedene Fußübungen, bei denen verschiedene Gruppen in einer Reihe liefen und immer eine Gruppe kehrt machte um durch eine andere Gruppe hindurch zu laufen…

 


Zudem gab Mario noch ein paar Dummytipps und machte mit einem Hund ein paar Apportierübungen.

 

Fazit:
Zum Schluss der zwei Tage hat jeder sehr viel gelernt und sicher viel zum Nachdenken und Überlegen mitgenommen.
Wir haben gelernt wie man aus einem Welpen einen treuen ausgeglichen Begleiter machen kann und zwar indem man sich jeden Tag mit ihm beschäftigt und für jedes richtige Verhalten lobt und bestärkt.
Wie das Erlernte umgesetzt wird liegt aber schlussendlich immer beim Hundeführer selbst.

Und nicht vergessen, immer schön wie ein Hund denkenJ!

Danke für das tolle Wochenende an Mario und das gesamte RCL-Team!!! Ich freue mich jedenfalls schon auf das nächste Mal.

Jill und Schoki

 
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