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Die Dummyarbeit PDF Drucken E-Mail

Woher stammt eigentlich der Name RETRIEVER ?


Aus dem englischen Wort « to retrieve »
Nach dem Oxford-Duden : retten, bergen, zurückholen, wiederholen.

Warum hat diese Rasse wohl den Namen Retriever bekommen ?

Ganz oft, ist eine der ersten Fragen die uns von neuen Welpenbesitzern gestellt wird : « Ist es normal dass mein Hund den ganzen Tag Sachen mit sich rumschleppt, und sogar apportiert ? »

Ja, es ist normal. Freuen Sie sich darüber. Ihr Hund zeigt einen natürlichen Bringtrieb, der mehr oder weniger ausgeprägt ist. Bei dem einen reicht es zum Bringen der Hausschuhe, bei dem andern das Apportieren von geschossenem Niederwild.

Unsere Retriever sind Jagdhunde, Apportierhunde für die Aufgabe nach dem Schuss. Apportieren von Niederwild an Land oder im Wasser.


Da nicht alle von uns Jäger sind oder mit dem Hund an einer Jagd teilnehmen können, ist die Dummyarbeit ein guter Ersatz.Englische Jäger beschäftigten ihre Hunde, wenn keine Jagdzeit war schon mit Apportieren von Dummies, somit wurde die Ausbildung nicht unterbrochen und die Hunde blieben fit.



Die Dummyarbeit zählt zu den sinnvollsten Beschäftigungen für Retriever, und nicht nur für Retriever.

Mit Dummies sollen jagdnahe Aufgaben gestellt werden, ohne dabei mit Wild arbeiten zu müssen. Ein wichtiger Aspekt der Jagd ist der Respekt vor dem Tier, auch vor dem toten Tier. Und jedesmal auf Wild zurückzugreifen, wenn man mit dem Hund apportieren lernt, zeuge wahrscheinlich nicht von grossem Respekt..

Ein Dummy ist ein gefüllter Leinensack, meistens grün, gibt es aber auch in khaki, weiss, und orange.Auch die Gewichte können variieren. So gibt es Dummies , Standarddummies à 500 grs. Es gibt Welpendummies à 250 grs, mit oder ohne Schnur und sogar welche bis 5000 grs. Ebenfalls die Modelle sind sehr vielfältig. Ausser normalen Dummies, gibt es noch Felldummies, Z.B. Kaninchen oder Fuchs, es gibt welche mit Federn, Wasserdummies aus Kunststoff, sogar welche in Fasan- oder Entenimitat.

Bei Beginn der ordentlichen Dummyarbeit, sollte die normale Grundausbildung bereits abgeschlossen sein. Am wichtigsten dabei ist , dass der Hund ruhig sitzenbleiben gelernt hat, und ebenfalls den Hierruf oder Pfiff befolgt. Der Grundstein für eine solche Ausbildung sollte ausreichend Bindungsarbeit sein. Den grössten Bestandteil der Dummyarbeit machen die Basics aus. Also korrektes Fusslaufen, Sitzen, Hereinkommen usw.

Es gibt verschiedene Ziele die man sich setzen kann. Diese reichen von der Anfängerprüfung hin zu der Open, früher die Siegerklasse ganannt. Wer mehr Spass an Unerwartetem hat, der wird sicherlich Gefallen finden an Workingtests.


Hier eine kleine Einsicht in die wichtigten Punkte aus der sich Dummyarbeit zusammensetzt.

Die Markierung :


Bei einer Markierung sieht der Hund in Verbindung mit einem Schuss oder einem markanten Geräusch ein Dummy fliegen. Das heisst, er sieht die Fallstelle und prägt sie sich ein.

Hier muss der Hund zuerst lernen die Distanz richtig einzuschätzen und sich die Fallstelle zu merken. Hier macht wirklich Übung den Meister. Mit der Zeit vertraut der Hund immer mehr seiner Markierfähigkeit und seinem Gedächtnis. Wichtig bei der Markierung ist, dass der Hund neben seinem Führer sitzen bleibt, also nicht einspringt. Erst wenn er das Kommando Apport oder Bring höhrt, sollte er auf dem direkten Weg zum Dummy laufen, es unverzüglich aufnehmen, und zügig auf dem direkten Weg dem Führer zutragen.

Mit zunehmendem Training kann man den Schwierigkeitsgrad der Markierungen anheben. Z.B. grössere Entfernungen, eingebaute Geländewechsel, Doppel oder Mehrfachmarkierung. Besonderen Gefallen wird der Retriever aber an der Markierung im Wasser finden. Die grösste Schwierigkeit hierbei ist, dass der Hund das Dummy nicht ausspucken darf und sich auch nicht schütteln sollte.


Das Voranschicken :


Im Gegensatz zur Markierung, weiss der Hund beim Voranschicken nicht wo das Dummy liegt. Er muss ohne den Reiz des fliegenden Dummy sich von seinem Führer wegbewegen, und zwar exakt in die ihm vorgegebene Richtung. Der Hund sollte Lernen Handvertrauen aufzubauen, sich auf seinen Hundeführer also verlassen. Nach anfänglichen kurzen Entfernungen, steigert man auch hier den Schwierigkeitsgrad. Wichtig ist, dass Voranschicken absolute Fleissarbeit ist.


Das Einweisen :


Auch hier ahnt der Hund nicht wo das Dummy liegt. Im Gegensatz zum Einweisen, sitz der Hund aber vor seinem Führer und muss sich nach rechts oder links, nach hinten und nach vorne lenken lassen Wichtig ist dass der Hund sich jederzeit abpfeifen lässt.. Der Hundeführer alleine hat Angaben wo das Dummy liegt. Der Hund sollte schon soviel Handvertrauen aufgebaut haben dass er sich problemlos in die vorgegebene Richtung begibt. Nur in Zusammenarbeit mit seinem Führer, kann der Hund an das Stück gelangen.

Voraussetzung für das Einweisen ist ein im Grundgehorsam gefestigter Hund. mit viel « will to please », und einen fleissigen ausdauernden Führer mit viel Zeit, Geduld und nötiger Konsequenz.

Auch Einweisen ist Fleissarbeit.


Die Freiverlorensuche :


Bei der Verlorensuche wissen weder der Hund noch sein Führer wo das oder die Dummies liegen. Der Hund sollte auf Befehl mehrmals in das Suchengebiet und durch selbstständiges Suchen die Dummies finden und apportieren. Wichtig hierbei ist, dass der Hund jedes gefundene Dummy sofort seinem Führer zuträgt. Ausschliessende Fehler hierbei sind Z.B. Blinken, d.h. Dummy sehen und nicht apportieren, oder tauschen.



Dies war nur ein kleiner Einblick in die Dummyarbeit. Sollten wir Euer Interesse geweckt haben, und Ihr noch offene Fragen habt, so zögert nicht Euch bei uns zu melden. Wir stehen Euch gerne mit Rat und Tat zur Seite.

Hier etwas Literatur über das Apportieren:

Norma Zvolsky, Die Retrieverschule
Helene Leimer, Die Sache mit dem Dummy
Thinekke Antonisse, Die drei Apporte
Nel Barendregt , Sam Apport

Weiterhin viel Spass mit Euren Retrievern und viel Erfolg bei der Arbeit,

Euer RCL-Team

weitere Infos unter:

 

Bericht von einem Dummytraining


Sie haben sich also entschlossen an einem Dummykursus teilzunehmen? Die Königsdisziplin der Retriever! Für gewöhnlich hat man auch hier ein Endziel vor Augen, nämlich die Dummy-A (Anfängerklasse).

 

Wer sich bis zu diesem Moment für einen großen Hundekenner und Spezialisten gehalten hat, wird nun eines besseren belehrt!

Auf einmal wird man mit Wörtern wie Einweisen, Line, Walk-up, Markierung, Blind etc. bombardiert.

Sicher hat mancher Anfänger sich schon gefragt ob beim Blind der Hund, der Führer oder das arme Dummy nichts sehen kann Smile

Mit der Zeit wird man sicherer, man lernt dass ein Blind ein geworfenes Dummy ist das der Hund nicht sehen oder hören konnte, er wird also von seinem Führer eingewiesen. Nur nebenbei, die Freiverlorensuche dient nicht dazu im Haus Socken ausfindig zu machen, dies ist eine Disziplin die man NUR unter Aufsicht eines erfahrenen Trainers machen sollte.

 

Wer mit Konsequenz bei der Sache ist und sich vor allem an das hält was der Trainer sagt, wird schnell Erfolge feiern können.

Hund und Mensch wachsen zu einem Team zusammen und lösen gemeinsam auftauchende Aufgaben und Probleme.

 

Wenn jetzt noch eine gute Atmosphäre in der Gruppe herrscht, können vielleicht alle zusammen die Dummy-F anstreben…

 

Viel Spaß beim Dummytraining wünscht Ihnen das Gesamte RCL-Team!!!

 

 

 
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