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Der falsche HundAbschnitt aus dem Buch von Erik Zimen Eine Voraussetzung für eine möglichst dauerhafte und harmonische Mensch-Hund-Beziehung ist, dass sich der angehende Hundebesitzer den für sein Naturell und seine Lebensbedingungen richtigen Hund auswählt. Aus dem herzigen kleinen Welpen, der momentan alle Sehnsüchte zu stillen verspricht, entwickelt sich ein Hund, der je nach Größe und Zuchtziel seiner Rasse ganz andere Ansprüche an sein Familienrudel stellen wird. Die oft sehr große Koinzidenz hinsichtlich Körperform, Gesichtsausdruck und Temperament zwischen Herr/Frau und Hund, wie sie auf jeder Hundeausstellung so überaus komisch in Erscheinung tritt und auch in jedem stadtnahen Park zu beobachten ist, zeigt, dass viele Hundehalter den zu ihnen passenden Hund gefunden haben. Anderseits gibt es groteske Gegenbeispiele. Beim Phlegmatiker mit seinem Foxterrier oder beim Pedanten mit dem Puli mag die Kombination ja noch einen therapeutischen Wert haben. Schlimmer wird es, wenn der Choleriker Windspiele oder andere sensible Hunde zu halten versucht, wenn die Stadtfamilie unbedingt Afghanen, wenn Nichtjäger Jagdhunde, kleine Menschen ganz große Hunde, Familienväter Kampfmaschinen, Wanderer bewegungsunfähige Hunde oder bewegungsfaule Menschen überagile halten wollen. Die Konflikte sind dann so gut wie vorprogrammiert. Dem angehenden Hundehalter sei daher dringend geraten, sich vor der Wahl der Rasse genau zu überlegen, was er vom Hund erwartet und wie dieser die Erwartung erfüllen kann. Niemand wird deshalb vornehmer, weil neben ihm ein Barsoi mit direkter Abstammung von den Hunden des russischen Zaren läuft, niemand dadurch stärker, dass er eine Dogge hält. Niemand kann durch seinen Hund sein Image verändern oder von ihm empfundene soziale Defizite ausgleichen. Hunde können nur im Rahmen ihrer hündischen Möglichkeiten die Welt des Menschen bereichern und dies auch nur dann, wenn der Mensch in der Lage ist, ihre Bedürfnisse zu befriedigen. Es entsteht eine wechselseitige Abhängigkeit, der man sich bewusst sein muss, bevor man einen Hund ins Haus holt. Von Erik Zimen - Der Hund
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